WAES – Wasser-Methanol-Einspritzung

Die Wassereinspritzung

 

Früher bei Jagdflugzeugen und in der Formel 1 (Turbo-Ära) eingesetzt um im Kampf zusätzlich Leistung zu generieren, ist über diese Form der Leistungssteigerung wieder vermehrt in technischen Berichten zu lesen……aktuell aber nicht zur reinen Leistungssteigerung, sondern um Kraftstoff im hohen Lastbereich zu sparen, was sich auch wiederum auf das Abgasverhalten auswirkt. Denn, Bauteileschutz bedeutet durch zusätzliches Anfetten im Volllastbereich eine gewisse Abgastemperatur (EGT=Exhaust-Gas-Temperatur) nicht zu überschreiten, i.d.R. 950-1050°C um Turbolader und Vor-Kats zu schützen. Leider steigt dadurch der Verbrauch massiv, da die Fahrzeuge teilweise bis auf Lambda 0.68 anfetten müssen!

Dieses starke Anfetten lässt sich durch eine zusätzliche Kühlung mit Hilfe von Wasser deutlich reduzieren, da sich eine Absenkung der Ansauglufttemperatur( IAT=Intake-Ait-Temperatur) direkt mit auf die EGT auswirkt. Zudem erhalten wir je nach Einspritzmenge auch eine Leistungssteigerung!

Doch wie kommt es dazu?!…..mit verantwortlich ist natürlich die deutliche niedrigere IAT die dadurch einen höheren Sauerstoffanteil besitzt, zudem aber sorgt die geringere Temperatur auch dazu, dass das Steuergerät etwas mehr Frühzündung zulässt, und weniger stark anfettet, beides bringt spürbar Leistung, denn spätestens ab 50-60°C Ansaugtemperatur fangen Steuergeräte an Zündung zurückzunehmen, anzufetten, und evtl. sogar den Ladedruck zu senken, alles Punkte die massiv Leistung kosten!

Erstmals in Serie eingesetzt von BMW im M4 GTS

 

Führende Hersteller im Zubehörsegment sind SNOW-PERFORMANCE und AQUAMIST

Die Hauptbauteile sind:

  • Pumpe
  • Tank
  • Düse
  • Controller

Bei der Auswahl sollte man nicht am Controller sparen, denn einfach AN/AUS ist weniger elegant.  Schöner ist es wenn man einen Startwert für den Beginn der Einspritzung (minimale Einspritzmenge) und Ende/Max (maximale Einspritzmenge) einstellen kann.  z.B. min. ab 0.4bar Ladedruck, max. dann ab 1.2bar Ladedruck.

Verbaut werden kann das alles wie man möchte, Tankposition, Pumpenposition usw.

Bewährt haben sich jedoch möglichst kurze Leitung zw. Pumpe und Düse! Das heisst, die Pumpe in der Nähe der Düse, und für die Gewichtsverteilung den Tank ins Heck.

Die Düse muss zw. Ladeluftkühler und Einlassventile montiert werden. Niemals vor den LLK. Am einfachsten verbauen lässt sie sich in den Druckrohren oder in einem der Verbindungsgummis der Verrohrung. Bei der Düsengröße sollte man sich bei etwa 60-150ml/min bewegen.

Hardcore-Variante wäre eine Montage kurz vor dem Turbolader, also am Eintritt des Verdichters, dies würde das Verichtergehäuse massiv runterkühlen, allerdings muss mit Kavitation an den Verdichterschaufeln gerechnet werden. Eine extrem feine Zerstäubung wäre hier anzuraten!!

Für die Montage in den Schläuchen gibt es von SNOW einen Adapter, an diesem muss man jedoch händisch etwas rumschnitzen damit dieser nicht unötig störend im Luftstrom liegt

Und was wird eingespritzt? Viele fahren nur mit Wasser, aber viele andere mischen auch Wasser mit Methanol.